Außerhalb von Raan

Der See ist stark umkämpft und oft versuchen Truppen aus dem Süden den See nach Norden hin zu überqueren, um tief in Gebiete der Allianz vordringen zu können.

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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Mithridates am 24. Januar 2010, 18:46

Mithridates überlegte nur kurz und schluckte seinen Stolz hinunter.
Einverstanden ... ihr seht aus, als ob ihr ein bischen Geld durchaus gebrauchen könntet.
Eine Kupfermünze kann ich euch geben, es sind immerhin nur wenige Augenblicke der Arbeit.

Der Tajik war zufrieden. So eine Kupfermünze war für ihn soviel wie nichts.
Nun nichts wie rein in die Stadt. Er wollte seine Vorräte auffüllen, eine Schlafstatt für die Nacht suchen, diesen Ork los werden und wenn das Glück ihm besonders hold war, würde er vielleicht sogar den Dämon wieder finden.
Nun kommt schon. Eure Münze bekommt ihr danach.
Rasch machte Mithridates kehrt und ging auf die Stadt zu, darauf vertrauend, dass der Ork ihm folgen würde.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Narbok am 24. Januar 2010, 20:35

Eine Kupfermünze war nicht viel. Doch hatte Narbok ja auch nicht viel zu tun. Einfach nur diesen Feigling in die Stadt begleiten. Und dort traf er ja auch vielleicht wieder den räudigen Dämon.
Ein grimmiges Brummen war nur vernehmen, welches man als Zustimmung werten konnte, aber auch als Ablehnung.
Doch als der Orkkrieger sich auf den Rücken seines Reittieres setzte und diesem mit den Schenkeln zu verstehen gab, dem Mensch zu folgen war es offensichtlich, dass der Ork auf das Angebot einging.
"Was willst du in der Stadt Mensch?"
Narbok war nicht wirklich an ein gesellschaftlichem Gespräch interessiert, doch war interessiert, warum der Mensch in die Stadt wollte. Wollte er dort nur die Nacht verbringen?
Langsam trottete der Wolfshund neben Mithridates her.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Mithridates am 25. Januar 2010, 21:25

Mithridates war froh, als der Ork ihm zu Folgen begann.
Er stapfte zügig durch den Schnee und hielt sich in Richtung des Stadttores.
Hm. Nicht viel mehr, als zu Übernachten und meine Vorräte aufzufüllen.
Und dies und jenes in Erfahrung zu bringen, fügte er in Gedanken hinzu.
Ich bin auf dem Weg nach Goroth, um dort in der Botschaft als Diplomat des Sultans zu arbeiten. Interessant, dass der Ork zu einer - relativ - zivilisierten Frage fähig war, befand Mithridates.
Vielleicht bestand für dessen Volk ja doch noch die Chance auf eine anständige Zivilisation ... zumindest mit einer geschätzten Entwicklungszeit von drei - bis vierhundert Jahren.

Drei Wachen waren am Tor postiert, wie Mithridates erkannte. Ihr Würfelspiel unterbrachen sie augenblicklich, als sie den Ork auf dem Wolf gewahr wurden. Zumindest hielt Mithridates es für unwahrscheinlich, dass sie wegen ihm so schnell aufsprangen. Vielleicht war es gar nicht so klug gewesen, den Ork mitzunehmen. Vielleicht wäre er ohne ihn besser durchgekommen. Vielleicht waren die Wachen sogar auf einen ordentlichen Kampf aus, waren sie doch zu dritt.
Sei's drum, nun war es eh zu spät.
Entschlossenen Schrittes näherte sich Mithridates und blieb vor einer der Wachen stehen, die sich ihm in den Weg gestellt hatte und zeigte ihr seinen Siegelring, der ihn als mit eingeschränkten Befugnissen ausgestatteten Repräsentanten des Sultans auszeichnete. Er bezweifelte allerdings, dass die Wachen den Ring erkennen und zuordnen konnten, mehr setzte er darauf, dass sie kein Risiko eingehen wollten und ihn statt nachzuhaken einfach durchlasen wollten - und auf den Ork natürlich, vor allem auf den Ork und dessen einschüchternde Gestalt setzte er.
Seid gegrüßt. Ich bin Mithridates Phriapatios, Diplomat des Sultans von Raschidstan, auf dem Weg nach Goroth, um dort Botschafter Shaaron Abdul zur Seite zu stehen.
Dieser werte Kumpan ist mein Leibwächter, der mich nach Gororth begleiten wird.

Mithridates zeigte kurz auf den Ork und lächelte der Wache freundlich zu.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Quester am 26. Januar 2010, 21:13

Feldwebel Conner hatte schlechte Laune. Es war kalt und er musste Wachdienst am Südtor schieben. Dabei war er gezwungen die Anwesenheit von Sten und Tiax zu ertragen. Er hasste Sten, denn Sten war ein verdammter Glückspilz und gewann überdurchschnittlich oft beim Würfeln. Tiax war ganz in Ordnung eigentlich, nur quatschte er die ganze Zeit und oftmals dummes Zeug.
Als der Feldwebel merkte, dass sich jemand dem Tor näherte und stand auf. Er rückte seinen ausgewaschenen Wappenrock über seiner alten Schuppenrüstung zurecht und nahm sich einen Speer. Die Ankömmlinge waren ein Ork auf einem Wolf und ein Tajik, der das Wort ergriff und Conner einen Ring zeigte. "Ein Diplomat, so? Offensichtlich kein besonders hoher bei dem Gefolge." Er grinste gierig. "Da ihr aber dem Sultan dient, bezahlt ihr den Wegzoll sicher bereitwillig. Immerhin habt ihr die großartigen Straßen unseres Herren, den Markgrafen von Raandoria benutzt, nicht wahr? Das macht dann vier Silberlinge Zoll."
Sten war ebenfalls aufgestanden und seine Hand auf den leicht angerosteten Griff eines Kurzschwertes gelegt. "Vergesst nicht die zwei Silberlinge Verwaltungsgebühr des Bürgermeisters von Raan," warf er listig ein. "Das stimmt, guter Diplomat", sagte der Feldwebel und streckte seine schwielige Hand hin. "Also insgesamt sieben Silberlinge. Eine Kleinigkeit für einen Tajik, in dessen Heimat die Häuser aus Gold gebaut sind."
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Mithridates am 28. Januar 2010, 17:14

Mithridates staunte nicht schlecht über die Forderung dieses dreisten Wachmanns.
Sieben Silbermünzen?! Um dieses Tor zu passieren?! Zoll - und Weggebühr? Verwaltungsgebühr? 4+2=7?
Verfluchte Korruption ... es wurde Zeit, dass die Vereinigung diese Länder einnahm, dann würde man Würdenträger wie ihn auch achten.
Möglicherweise saß er jetzt in der Zwickmühle. Wenn dieser Ork sah, wie er den Wachen mal so eben sieben Silbermünzen gab nur um durchgelassen zu werden, käme der Ork vielleicht auf die Idee, dass seine eine Kupfermünze zu wenig Sold sei.
Auch war Mithridates nicht gerade erpicht darauf, diesen Halunken sieben - verflucht sieben! - Silbermünzen auszuhändigen um zu passieren. Was würden die wohl machen, wenn er verweigern würde?
Ob sie es auf einen Kampf mit dem Ork ankommen lassen würden? Immerhin sind sie nicht die einzigen Wachen hier, gewiss könnten sie schnell weitere Helfer heranziehen.
Der Tajik lächelte die Wachen an.
Auch ein Tajik ist nicht stets reich und wohlhabend.
Er erwog Für und Wider, versuchte den Mut der Wachen und die Treue des Orks einzuschätzen, für den Fall dass ...
Aber im Grunde seines Herzens wusste er doch, dass er zu feige war, für sieben Silbertaler sein Leben zu riskieren. In Goroth könnte er sich das wohl auch von der Botschaft erstatten lassen.
Hm ... gewiss, gewiss, der Marktgraf und der Bürgermeister haben schwierige Aufgaben zu erledigen und als Zeichen meiner Freundschaftlichkeit bin ich gerne gewillt, diesen beiden die erbotenen Silbermünzen auch zu gewähren.
Mithridates krammte unter seinem Mantel in seinem Geldbeutel und fischte sechs Silbermünzen heraus.
Hier, nehmt sie. Vier Münzen für den Markgrafen und zwei für den Bürgermeister, wie ihr gesagt habt. Behaltet mich großzügig in Erinnerung, Freund Wachmann.
Er nickte dem Ork zu, ihm zu folgen und legte der Wache die sechs Silbermünzen in die Hand.
Er ging mit flottem Schritt los in der Hoffnung, dass die Wache sich nicht die Mühe machen würde ihm zu folgen und vertraute darauf, dass der Ork das seine tun würde, den Wachen finstere Blicke zuzuwerfen.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Narbok am 28. Januar 2010, 17:43

Es hätte nicht viel gefehlt und Narbok hätte diesen Menschling, der dort das Tor bewachte ausgelacht, als dieser diensteifrig herbei eilte und noch seine Kleidung zurecht rückte.
So kam aber nur ein verächtliches Schnauben über seine Lippen.
Es glomm böse in den Augen des Orkkriegers, als der Soldat sprach.
Wegzoll? Verwaltungsgebühr?
Schon wollte Narbok erbost seine Waffe ergreifen und dem Menschen zeigen, was er von diesem Wegzoll hielt, doch blieb es bei der hektischen Handbewegung, als er seinen jetzigen Dienstherren sprechen hörte.
Narbok verdrehte die Augen, als dieser doch tatsächlich die Gebühr zahlte und sich über den Tisch ziehen ließ.
Sagte und tat aber nichts. Wenn dieser soviel Geld übrig hatte, sollte er es doch verschleudern, dass die Stadtwachen sich auf seine Kosten voll laufen lassen konnten.
Mit den Schenkeln gebot er dem Wolf, dem Tajik langsam zu folgen, als dieser ihm zu nickte und los ging.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Quester am 29. Januar 2010, 00:52

Ein Grinsen breitete sich auf dem schlecht rasierten Gesicht des Feldwebels aus, als er das Silber entgegen nahm.
So viel Geld hatte er noch in Händen und so ignorierten die Wächter die beiden und das Reittier als diese in die Stadt zogen. Conner verteilte die Münzen. Er gab jedem eine und legte den Rest in die Kassette für den Wegzoll. Wenn er heute nach Hause kommen wird, wird seine Frau sicherlich froh sein über den kleinen Schatz.
Normaler Weiser betrug der Wegzoll nur einige Kupfermünzen oder richtete sich nach Vermögen des Reisenden. Adlige des Königreichs waren selbstverständlich befreit. Conner hatte ein gutes Geschäft gemacht. Vielleicht brachte er es noch zu etwas und würde vielleicht Marktaufseher werden. Dann wäre immerhin die beiden Plagegeister Kameraden los...

Den beiden Reisen eröffnete sich eine ungepflasterte Straße hinter dem dicken Tor, welche mit leichten Kurven auf die Stadtmitte zufloss. Links an der Mauer entlang ging es in Gerberviertel. Das verriet der schwache, aber dennoch benetrante Geruch. Rechts mochte ein kleines Viertel aus Lederwerkstätten sein. Ein magerer Hund schlich um die Häuser. Auf der Straße befanden sich gefrorene Pfützen.
Da es bereits dämmerte befanden sich die meisten Menschen und Halblinge auf dem Weg nach Hause. Der Süden war im Moment eher verlassen. Nur Vereinzelte waren unterwegs die dem Tajik und seinem Orkbegleiter aus dem Weg gingen. Aus einem befestigen Haus, die Hauptstraße ein Stück herunter, drang ein lautes Lachen und anschließend Gegröle. Eine Herberge würde sich in diesem Teil wohl nicht finden.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Mithridates am 5. Februar 2010, 00:35

Mithridates bracht ein abfälliges Grunzen zustande, als ihm der Gestank der Stadt in die Nase stieg. Der Süden der Stadt schien auf den ersten Blick nicht wirklich das Gelbe vom Ei zu sein und so entschied er sich, lieber gleich weiterzugehen und sich nicht nach einer Unterkunft umzusehen.
Mithridates blieb auf der Hauptstraße, wenn man sie denn so nennen konnte, und hielt sich in Richtung Stadtmitte.
Der Gestank lies nach einiger Zeit zumindest leicht nach und der Tajik blieb nun stehen und drehte sich zum Ork um.
Er warf ihm eine Kupfermünze zu.
Hier. Unsere Wege trennen sich nun, denke ich ... unter uns, ich würde euch empfehlen, die Spelunken hier zu meiden. Glaube kaum, dass die Menschen hier gut auf Orks zu sprechen sind.
Also dann, noch eine gute Weiterreise.

Mit diesen Worten machte Mithridates anstalt, sich umzudrehen und davonzugehen.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Narbok am 5. Februar 2010, 18:51

Der Ork rümpfte die Nase, als ihm der penetrante Gestank in dieselbe stieg.
Widerliches Menschengewürm.
Als er des mageren Hundes angesichtig wurde knurrte der Wolf so böse, dass der Straßenköter laut kläffend und mit eingezogenem Schwanz das Weite suchte.
Jedes Wesen, welches ihnen entgegen kam, wurde von dem Orkkrieger mit einem grantigen Blick bedacht, was nicht gerade für ein freundliches Willkommen sorgte. Entweder merkte auch der Tajik das er sich in des Orks Gesellschaft keine Freunde machen konnte oder er schätzte diese ebenso wenig, wie die Stadtbewohner.
jedenfalls schlug er vor, dass sie ab nun getrennte Wege gingen.
Mit gutem Reflex fing der Ork die Münze auf und machte Anstalten seinen Wolfshund eine andere Richtung an zu deuten, als er noch einmal die Worte des Fremden vernahm.
Böse funkelnd sah er ihn an.
"Sehe ich so aus, als ob mich die Feindschaft der Menschen davon abhielte, falls ich das Verlangen hätte eine dieser Dreckslöcher auf zu suchen?"
Es klang grimmig und auch ein wenig heraus fordernd.l
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Mithridates am 7. Februar 2010, 23:32

Ein Mann in abgerissenen Klamotten umging die beiden in großem Abstand und Mithridates folgte ihm kurz mit den Augen. Er war noch nie im Norden gewesen und sog die neuen Eindrücke gierig auf - auch, wenn sie ihn eher abstießen. Im Süden war doch alles soviel besser.
Hm, nein, so seht ihr gewiss nicht aus.
Mithridates unterließ es, dem Ork die Doppeldeutigkeit der Worte zu erläutern.
Diese jämmerlichen Nordländer werden euch wohl kaum Schwierigkeiten machen, da habt ihr recht.
Dann wandte er sich entgültig ab und machte sich weiter auf den Weg in die Stadtmitte. Die Häuserfronten zeugten zur Mitte hin weniger von Armut. Auch hier musste er mit neugierigen und teilweise abfälligen Blicken der auf den Straßen eher spärlich entlangeilenden Leuten abfinden, aber solange es bei den Blicken bleib war das in Ordnung.

Da er nicht mehr lange suchen wollte, sprach er einen weniger verklemmt aussehenden jungen Bruschen an, der an einer Häuserfront lehnte und immer wieder die mittellangen blonden Haare aus dem Gesicht wischte.
Hey, du. Kannst du mir vielleicht sagen, wo es hier für Reisende wie mich eine ordentliche Unterkunft und eine warme Mahlzeit geben könnte? Wenn die Unterkunft gut ist, kannst du dir dort morgen eine Kupfermünze abholen.
Mithridates musterte den Jüngling kurz und schob ihn gedanklich dann in die Sparte des arbeitsscheuen Nachwuchses einer Handwerkerfamilie.
Derweil fragte er sich, was der Ork nun machen würde, so ganz ohne die diplomatische Hilfe des Tajiks, die ihn aus so manchen Schwierigkeiten hätte heraushalten können.
Hoffentlich kamen dem Ork nicht ähnliche Gedanken, sonst würde er ihm wohlmöglich noch folgen.
Unsicher schaute Mithridates sich um.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Quester am 8. Februar 2010, 00:15

Joseph hatte den ganzen Tag in der Tischlerei seines Vaters gearbeitet und wollte sich mit seinen Freunden treffen. Abends streiften sie oft gemeinsam durch die Gassen und erleicherten die Besoffnen um ihrer Habe. Nun fielen ihm zwei Fremde auf, die er interessiert beobachtete. Der kleiner von beiden - der Mensch! - kam auf ihn zu und fragte nach Unterkunft.
"Wisst ihr... morgen ist neuer Tag und so mancher vergisst über Nacht wichtige Versprechungen. Warum gebt ihr mir gleich hier das Münzlein? Da ihr sowieso mit meiner Empfehlung zufrieden sein werdet, spielt das wohl kaum eine Rolle, Herr. Ich empfehle euch das Gasthaus zur goldenen Feder nahe am Tuchmarkt. Auch würd ich euch begleiten, damit ihr euch nicht verirrt."
Mit einer Mischung aus Skepsis und Misstrauen schaute der Bursche an dem Tajik vorbei zu Narbok. "Und euer Begleiter? Kommt er mit? Ihr solltet lieber zusammenbleiben. So ganz alleine in dieser Stadt ist es nicht ungefährlich, wenn man sich nicht auskennt. Die Stadtwachen sind raue Söldner mit einem eigenen Verständnis von Recht und Ordnung." Wieder strich er sich die Haare aus dem Gesicht und verschränkte die Arme vor der schmalen Brust. "Also?"
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Narbok am 8. Februar 2010, 11:34

Der Orkkrieger schaute sich voller Abscheu um.
Orks waren nicht gerade für ihre Naturverbundenheit bekannt, doch Narbok bemerkte mit Schadenfreude, dass die Bewohner dieser Stadt offensichtlich so viel Angst hatten, dass sie sich freiwillig hier einsperrten, viel zu viele Wesen auf viel zu wenig Raum. Da schätzte Narbok doch mehr die Freiheiten, die man als umher ziehender Söldner genoss. Selbst in seinem Stamm war er freier gewesen.
Die Augen des Orkkriegers verfärbten sich dunkelrot, als er an seinen Stamm zurück dachte.
Abschätzend und ein wenig neugierig musterte Narbok den jungen Menschen, welcher von dem Tajik an gesprochen ward.
Er konnte die Worte nicht verstehen, die gesprochen wurden, merkte aber, dass erst der Wüstenmensch und dann der Junge ihn anschauten.
Wie dem auch sei. Es interessierte den Ork nicht, was wer über ihn sprach.
Er überlegte, was er mit der Münze machen sollte. Seine Ausrüstung pflegte er selber, genauso, wie er sich seine Nahrung selber beschaffte. Er könnte in eine der Spelunken hier gehen, etwas trinken und für ordentlich Radau sorgen. Den Gedanken eine der Frauen auf zu suchen, welche sich für eine Münze darboten, verwarf er. Einerseits fand sich nur schwerlich eine, welche sich einem Ork darbot, andererseits waren diese Menschenfrauen nicht sein Kaliber, das hatte er schon mehrmals heraus gefunden.
So überlegte er noch, während er mitten auf der Straße stehen blieb in die Packtasche griff und ein Stück rohes Fleisch hervor holte, welches er vor dem Wolf auf die Straße warf, die Menschen hinter ihm, welche fluchten, da sie mit ihren Fuhwerken nicht vorbei kamen, mit einem finsteren Blick über die Schulter zum Verstummen bringend.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Mithridates am 9. Februar 2010, 19:01

Mithridates lauschte den Worten des Jünglings aufmerksam und erschrak, als dieser nach dem Ork fragte.
Um Gottes Willen ... irgendwann würde dieser Grobian ihn vermutlich sogar an seinen Wolf verfüttern, wenn er ihn nicht vorher in irgendeiner Raserei erschlug.
Diesen ... Bestien konnte man nicht über den Weg trauen, nicht wenn sie die Vereinigung verraten hatten. Dann waren sie unberechenbar. Mithridates wunk hastig ab.
Ähh, nein, nein, ich glaube kaum, dass er das möchte. Uaßerdem, er ist ein Ork mit einen Monster in Begleitung, ihm wird hier schon niemand Probleme machen, nicht?
Also ... ?

Der Tajik zeigte mit beiden Zeigefingern in die entgegengesetzte Richtung des Orks.
Wollen wir los? Ich schaue mir das Gasthasu dann an und wenn es genehm ist, dann bekommst du deine Münze dort. Heute noch. Ist sicherlich auch besser, dann muss ich morgen nicht auf dich warten, falls ich früh los möchte.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Quester am 13. Februar 2010, 01:22

Der Junge zuckte mit den Schultern. "Na, dann kommt mal mit." Er führte den Diplomaten die Hauptstraße entlang zum Heumarkt vor dem Rathaus. Der Platz war leer bis auf das Blutgerüst. An der Holz konstruktion baumelten drei Tote. "Wenn ihr mich fragt, finde ich diese Tradition eklig. Tote sollte man vergraben und nicht so lange herumhängen lassen. Wobei sie erst gestern da hängen." Der Lehrling schüttelte betrauernt den Kopf. "Aber sie haben alle ihre Verbrechen gestanden. Der Gerechtigkeit wurde genüge getan."
Bei näheren Hinsehen sah man, dass die Gehängten eine Elfe, ein Halbling und ein Mensch waren. Die Elfe trug Überreste einer Magierrobe. Ihre Augenhöhlen verbrannt und ihr Körper von Schnittwunden übersäht. Dem Halbling hing die Zunge heraus. Bemerkenswert waren zweifellos seine beiden Ziegenbeine, die schlaff herunter hingen. Allem Anschein war der Halbling entweder eine Art Tiermensch oder ein Tiefling gewesen. Der Mensch sah kräftig aus und machte den Eindruck eines Kriegers. Seine Hände und Beine waren grausam zerquetscht. Spuren der peinlichen Befragung.
Jeseph führte den Tajik am Gerüst vorbei und bog in eine Seitengasse ab, die am Rathaus vorbeiführte. "So da wären wir. Das hier ist das vornehmste Viertel der Stadt. Hier sind die Straßen aus Stein." Über dem Eingang hing eine große schmiedeeiserne Feder, die an zwei Ketten aufgehängt war. Die Gebäude hier waren alle solide aus Fachwerk gebaut und sauber. Die Wege waren tatsächlich mit Kopfsteinpflaster ausgelegt, sodass die Schuhe nicht so arg schmutzig wurden. "Ich werde hier draußen auf meinen Lohn warten. Menschen wie ich sind drinnen nicht erwünscht."

In der Zwischenzeit näherte sich ein Halbling Narbok. Er war von kleinem Wuchs für Halblinge und hatte ein Wieselgesicht. "He da, Ork-Krieger. Ihr seid ein Söldner, oder? Wenn ihr euch ein bisschen Silber verdienen wollt, sprecht mit Lord Slayton im Gurkenfass. Das ist eine Schenke am Nordtor. Ich sag's dir: die Bezahlung ist gut und die Arbeit einfach. Wir brauchen einfach ein kräftige Hände." Mit diesen Worten flitze der Halbling auch schon wieder mit schnellen Schritten in die dunklen Seitengassen.
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Re: Ein Feldweg südlich von Raan

Beitragvon Narbok am 13. Februar 2010, 13:30

Narbok, schaute dem Menschenjungen und seinen vormaligen Arbeitgeber hinterher, wie sie langsam in der Menschenmenge verschwanden.
Er hatte kurz überlegt sich an sie zu hängen, denn offensichtlich wollte der Wüstenmensch in ein Gasthaus und da gab es wohl auch etwas zu trinken.
Doch war Narbok eigentlich froh die Gesellschaft dieses eingebildeten Gockels nicht mehr ertragen zu müssen. Es gab hier schließlich auch noch andere Gasthäuser, Kneipen oder Tavernen.
Als der Hund das Fleisch auf gefressen hatte, was relativ schnell ging, wollte der Ork diesen in die Menge treiben und nach einer Spelunke suchen, als er an gesprochen wurde.
Grimmig blickend fuhr er herum und musterte den Halbling.
Narbok fand diese Winzlinge immer recht amüsant, vor allem, wenn sie versuchten Waffen zu schwingen.
Kaum hatte dieser Knirps sein Begehren vor getragen, war er auch schon wieder verschwunden.
Narbok überlegte nicht lange. Er war ein Söldner und wurde ihm Solda an geboten, folgte er dem Ruf meistens ohne lange zu überlegen.
In diesem Fall traf es sich besonders gut, da er eh in ein Wirtshaus wollte, warum also nicht in dieses.
So hieb er dem Wolf die Fersen in die Seite, worauf dieser sich so schnell es ihm möglich war, durch die Menge bewegte, welche meist angstvoll auseinander stieb.
So dauerte es denn auch nicht all zu lange, bis er vor einer zwar kleinen, aber ordentlich wirkenden Schenke an kam.
Einen Stall schien es jedoch nicht zu geben, also ließ Narbok den Wolf einfach vor der Tür stehen. Die Tasche ließ er ebenfalls da, da sich niemand wagen würde dem gefährlich aus sehenden Tier zu nähern.
Mit einem Tritt stieß Narbok die Tür auf und trat waffenstarrend in den kleinen Gastraum.
"Wo ist Lord Slayton?"
Die donnernde Stimme wurde von dem dicht mir Möbeln zu gestellten Raum gedämpft, war aber trotzdem gut zu hören.
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