Das Gasthaus an der Hauptstraße

Die größte Stadt von Lodranion bietet jedem Volk Platz zum Leben.

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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Ashhak am 29. Januar 2010, 17:23

Offenbar sollte sich die Platzsuche einfacher herausstellen, als zunächst gedacht. Die kleine Gruppe hatte sowohl die Aufmerksamkeit des Spielmanns, als auch die des Ritters erregt und Ashhak schienen die Sympathien der beiden durch seine kleine Gesangseinlage ganz auf seiner Seite zu sein. Vielleicht muss man in der Welt der Menschen einfach gelegentlich den Affen machen, um etwas zu erreichen, dachte er bei sich.

Sulaya steuerte bereits auf den Tisch zu, während Paramo Tamino mal wieder unentschlossen stehen blieb. Ach, sollte der Lange doch Wurzel schlagen! Dem Zwerge war im Moment viel zu sehr nach einem warmen Mittagsmahl, als dass er vor einem fremden Adligen gebuckelt hätte – abgesehen davon, dass er menschlichen Adligen auch nur denselben Respekt zukommen ließ, der jedem Menschen gebührte. Mit manchen Eigenarten dieses Volkes würde er wahrscheinlich nie warm werden. Es war bekannt, dass Menschen meist in den Stand des Adels geboren wurden, ob fähig oder nicht, und durch diese Vorraussetzung das Recht hatten über andere zu gebieten, denen jenes Glück nicht gegeben war. Was sein Volk anging, so bekam man eine entsprechende Position durch Leistung und Verdienst zugesprochen und erreichte dadurch erst das nötige Ansehen unter den Zwergen. Zum Glück, dachte Ashhak, scheint mir der Zeitgenosse da drüben seinen Stand zwar stolz zur Schau zu tragen, doch sieht er nach einem umgänglichen Kerl aus. Buckeln würde er vor ihm trotzdem nicht.

Er folgte also Sulaya auf den Fersen und überließ ihr das Sprechen. Doch wie sie gerade beim Edelmann freundlich um einen Platz ersuchte, richtete der Spielmann das Wort an Ashhak: „Holla Nidawellir, deine Verse stehen in Pracht deinen Steinen nicht nach! Lasst ihr davon noch mehr hören, soll mein Humpen euch gehören!“ – Nun hatte er also den Salat. Der dreiste Kerl wollte ihm doch tatsächlich einen ausgeben, so er denn noch eine zwergische Weise vorzutragen wusste. Im Prinzip ein faires Angebot, aber im Moment war Ashhak nicht nach weiterer Aufmerksamkeit, also antwortete er: „Ho, Bursche mit der flinken Zunge! Ich bitte dich, lass’ mich zuerst einmal ankommen, ein bisschen aufwärmen und eine Mahlzeit zu mir nehmen. Danach können wir vielleicht noch mal über dein Angebot reden.“
Inzwischen hatte sich wohl auch der Elf dazu durchringen können, sich zum Rest der Gruppe zu gesellen, denn er war hinter Ashhak getreten. Allerdings machte er einen etwas verschüchterten Eindruck, der durch die Aufmerksamkeit der übrigen Gäste an seiner Person wohl nicht gerade gebessert wurde. „Komm schon, Langer, krieg dich wieder ein“, raunter er Paramo Tamino über die Schulter zu, „der da vorne ist auch nicht aus Gold!“ Dabei versuchte er den Elfen aufmunternd anzuschauen und hoffte, dass dieser ihm das nicht wieder übelnahm. Der Edelmann würde mit seiner Entscheidung hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Zuletzt geändert von Ashhak am 30. Januar 2010, 01:28, insgesamt 1-mal geändert.
"Einmal kam der Tod zu einem Zwerg und wollte ihn mit sich nehmen, doch der Zwerg stemmte sich fest mit den Stiefeln gegen den Fels, auf dem er stand, senkte widerspenstig die Stirn und sagte nein. Da ging der Tod wieder."

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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Friedrich am 29. Januar 2010, 18:06

Friedrich fragte sich wie lange die Drei noch stehend verweilen wollten. Als er ihnen gerade die verbleibenden freien Plätze an seinem Tisch anbieten wollte machte sich die Frau der kleinen Gruppe bereits in seine Richtung auf.
Alle drei schienen etwas schüchtern wenn nicht ängstlich. Friedrich war gebührenden Respekt gewohnt und erwartete ihn auch, aber das war nicht in seinem Sinne. Er versuchte daher die Scheu mit ausgesuchter Höflichkeit zu vertreiben.
Er musste seine Augen von dem Zwerg losreißen, der ihn nicht nur wegen seiner Gesangsnummer interressierte. Er hatte erst selten einen Zwerg gesehen und erst recht keinen singen gehört. Doch die anderen beiden waren ebenso ungewöhnlich. Der eine schien ein Elf zu sein, der sich dadurch hervorhob gänzlich rot zu sein. Dagegen schien die Frau geradezu unauffällig zu sein, auch wenn Friedrich sie sonst warscheinlich nicht mit dieser Bezeichnung versehen hätte. SIe war die einzige die ihm gegenüber das Wort erhob also antwortete der Ritter:
"Es steht mir selbstverständlich nicht zu irgendjemandem den Platze zu verwehren, werte Dame daher gesellt Euch zu uns. Es ist wahrlich unbequem im Stehen essen zu müssen, ihr seht hungrig aus."
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Larus am 31. Januar 2010, 01:47

Rynama beiss mich! Die Frau hat Courage! Larus betrachtete die Frau, deren Gestus viel zu selbstbewusst für ihre schmutzige Kleidung war, eingehender, während sie um Tischgenossenschaft bat. Der Schmutz schien nicht ein grundsätzlicher Bestandteil von ihr zu sein. Es waren keine alten Verkrustungen zu sehen und der Matsch an ihren Kleidern musste, da kaum eingetrocknet, recht frisch sein. Die Gute muss ziemlich frieren, bei diesem Wetter in solch nassen Klamotten rumzulaufen. Doch wenn sie fror, so zeigte sie es nicht. Von ihrem hübschen Gesicht las Larus eher eine Art Heiterkeit oder war es Erleichterung? Er konnte es nicht deuten und verwirrend genug fand er, dass die glutroten Haare irgendwie nicht ganz zu der blassen Haut und den tief dunklen Augen passten. Sind sie Dunkel? Braun? Schwarz? Auf jeden Fall tief...sehr tief…

„Es steht mir selbstverständlich nicht zu, irgend…“ Die Antwort des Edelmannes schreckte den Spielmann aus seinen Gedanken und er schloss sich dessen Einladung an, indem er mit Zunicken und eleganter Gebärde auf die freien Plätze wies. Zur Frau gewandt meinte er: „Ich denke, dieser Platz hier nahe dem Kaminfeuer braucht ihr am nötigsten.“ Dabei deutete er mit dem Bogen auf den Hocker, der eben am nächsten bei der Hitzequelle war. Eine zwar freundliche aber auch nicht uneigennützige Geste, denn der Platz war direkt neben Larus.

„ …lass’ mich zuerst einmal ankommen, ein bisschen aufwärmen und eine Mahlzeit zu mir nehmen.“, sprach der Nidawellirer Versmeister. Er wollte also nicht sofort singen, doch lehnte er das Angebot auch nicht von vornherein ab. Das kann ein interessanter Abend werden, dachte der Musikant bei sich, einen singenden Zwergen hatten bestimmt noch nicht viele der Anwesenden gehört und als in ihm der Gedanke kristallisierte, dass jener ja ein Duett mit dem langen Roten zum Besten geben könnte, musste er über sich selbst schmunzeln. Wenn mir das gelänge, müssten mich Delaria mindestens zum Halbgott erheben und auf Erden würde ich als grössten Schwindler des Jahrtausends in die Geschichte eingehen, da mir das Volk eher glauben würde, ich könne mit meiner Fidel Steine und Bäume zum Singen bringen als einen Elfen mit einem Zwergen. An dieser Stelle wandelte sich das Schmunzeln eher in ein breites Grinsen und mit etwas zynischem Blick auf sein Selbstbild meinte seine innere Stimme, Halbgott und Schwindler, ja, genau das bist du eigentlich bereits, da sollte mir doch jenes Bubenstück auch gelingen. Larus wandte sich an den Zwergen und meinte, während er mit dem Bogen in der Luft seine Worte nachzeichnete, als würde er sich selbst dirigieren: „Nun, das Ankommen und die Mahlzeit sei ungestört eure eigene Sache, doch schlagt beim Aufwärmen meine bescheidene Mithilfe nicht aus.“ Danach winkte er nach der Aufmerksamkeit des Wirtes und rief ihm in gespielt wichtigem Tonfall zu: „Viermal heissen Würzwein, damit der frostige Tag dahin schmelze und aus seiner Pfütze die nebligen Flausen der Nacht aufsteigen!“ Er überraschte sich selbst. Eigentlich war es nicht seine Art jemandem einfach so eine Runde zu spendieren. Im Gegenteil, meistens spendierten die Leute ihm. Wahrscheinlich lag es am Todesschreck, den er vorhin gekriegt hatte, vielleicht aber auch nicht, vielleicht waren es jene dunklen Augen oder der kleine Verseschmied und vielleicht hatte ihn ja das seltsame Spitzohr verhext, vielleicht, vielleicht, vielleicht. Vielleicht schnappe ich auch langsam über, weil Maerhild…

„Hee, Spielmann!“ dröhnte die Stimme aus dem Schankraum, „Du lässt nach!“, es war ein Händler, der schon die letzten zwei Abende in der Kneipe verbracht hatte. „Jetzt säufst du dich schon unter den Tisch, wenn es noch kaum Dunkel ist! Ist mir ja eigentlich egal, aber wenn du deine Gelage finanzieren willst, solltest du dich zuerst noch ein wenig in die Saiten legen!“ und verschmitzt wie warnend fügte jener hinzu, „Hoh, Edelmann, passt bloss auf eure Geldbörse auf und lasst euch nur nicht umgarnen! Diesen Wortverdrehern ist nicht zu trauen!“, was Larus völlig unnötig und verleumderisch fand. Unschuldig dreinblickend breitete er die Hände aus, so gut, wie es das Instrument eben zuliess, und hob, Unwissenheit andeutend, die Schultern. Danach stützte er sogleich die Fidel an, suchte ein paar Töne und begann seine spielmännische Rache mit dem Schalkstück über den grössten Schurken, den die Welt je gesehen hat: den Händler.
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Sulaya am 31. Januar 2010, 18:03

Ein strahlendes Lächeln umspielte Sulayas vollen Lippen, als sie sich wieder den beiden Fremden zuwandte. „Vielen Dank, dass wir Euch Gesellschaft leisten dürfen.“ Und mit einem Augenzwinkern in Richtung des Spielmannes fügte sie hinzu: „Und Euch vielen Dank für die nette Geste!“ Dabei glitt ihr Blick in Richtung des Wirtes, der gerade mir der Bestellung von dannen zog. Sulaya zog ihren schwarzen Umhang aus und ein enganliegendes, farbenfrohes Oberteil, welches ihre weiblichen Rundungen gut zur Geltung brachte, kam zum Vorschein. Noch bevor die junge Frau auf einem der Stühle direkt am Fenster in der Nähe des Spielmannes Platz nahm, fügte sie lachend hinzu: „Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Sulaya, Sulaya Schwarzenfels." Ihr Blick glitt vom Edelmann über den Spielmann hinüber zu ihren beiden Begleitern. „Und diese beiden Herren sind Ashhak Silberklinge und Paramo Tamino Bedrager. Wir sind uns heute auf dem Markt begegnet und die werten Herren waren so freundlich mir wieder auf die Beine zu helfen.“ Die Rothaarige hielt einen Moment inne und verzog selbstironisch ihr Gesicht, bevor sie augenzwinkernd fortfuhr „Ich hab wohl mal wieder nicht genügend Acht gegeben und bin auf dem glatten Wege ausgerutscht. Daher auch meine Aufmachung“ Mit einer gespielt verzweifelten Handbewegung deutete sie auf ihre beschmutzte Kleidung und fügte anschließend lächelnd hinzu: „Zu meinem großen Leidwesen neige ich leider zu solchen und ähnlichen Ungeschicktheiten.“

Je später es wurde, desto mehr Gäste befüllten die Sitze der Schenke. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung und der Raum wurde erfüllt von dem Geruch von Bier und lautstarkem Stimmengewirr. Sulaya genoss die Atmosphäre der Schenke und die Anstrengungen des Tages fielen von ihr ab. Plötzlich verfiel die junge Frau in lautstarkes Gelächter, als sie der Weise des Spielmanns über die Tugend der Händler näheres Gehör schenkte. Sie begann laut im Takt mitzuklatschen und gab Paramo Tamino einen leichten Knuff in die Seite es ihr gleichzutun. Der Elf übte eine gewisse Faszination auf die junge Frau aus. Sie hätte nicht erklären können, ob es die Art, wie er sich gab, sein etwas befremdlich wirkender roter Hautton, oder etwas anderes war. Irgendetwas an ihm regte in Sulaya den Wunsch, den Elfen näher kennenzulernen.

Mittlerweile war auch der Wirt mit ihren Getränken zurück. Sie gab ihm ein Zeichen, um eine Bestellung zu machen. Seit Tagen hatte sie nun schon nichts Vernünftiges mehr gegessen und freute sich auf ein warmes Mahl. "Ich komme sofort!", schrie er lauthals um gegen die Geräuschkulisse anzukommen, brachte noch schnell zwei Krüge Bier an einen anderen Tisch und kam anschließend, ein großes Tablett unter seinem Arm geklemmt, grinsend zurück. "Was darf's denn sein, Mädel?" Er nahm gerade Sulayas Bestellung entgegen, als plötzlich an einem der Nachbartische ein Krug mit einem lauten Krachen zu Bruch ging. "Trottel!“ zischte der Wirt und warf dem verunsicherten Gast einen giftigen Blick zu.
Zu Sulaya gewandt sagte er "Ein mal Rührei mit Brot, ist notiert, Mädel“ Mit diesen Worten wandte sich der Wirt an ihre Begleiter.


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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon ParamoTaminoBedrager am 1. Februar 2010, 22:37

Was wäre, wenn Paramo Tamino Sulaya nicht aufgeholfen hätte?
Zuerst einmal wäre er länger auf dem Markt herumgelaufen, ohne etwas zu kaufen, den Zwerg hätte er auch nicht getroffen versteht sich. Er wäre eventuell in der Bibliothek gewesen, danach vermutlich in einer abgelegeneren und schätzungsweise günstigeren Lokalität gelanded, und es wäre unwahrscheinlich, dass er mit jemanden ins Gespräch gekommen wäre.
Nun hatte er Sulaya getroffen und ihr aufgeholfen, einen Zwerg hatte er daraufhin kennen gelernt, und vermutlich würde er jetzt noch einen Spielmann und einen Ritter kennenlernen.
Wäre Paramo Tamino alleine in jenes Gasthaus gekommen, hätte er sich bestimmt nicht zu dem Ritter gesetzt, sondern irgendwo in eine Ecke oder an die Bar.
Es war für ihn nämlich nicht einfach andere Leute kennen zu lernen, er war deswegen Sulaya dankbar ...
... und dem Zwerg auch, der ihm interessante Worte zumurmelte:

„Komm schon, Langer, krieg dich wieder ein, der da vorne ist auch nicht aus Gold!“Zwerge sollten wissen, was Gold ist, doch gehörte für Paramo Tamino schon so gesehen Mut dazu, einen normalen Menschen anzusprechen, er war dieses Volk einfach nicht gewöhnt, zumal er, nach der langen Zeit, die er gefangen war, sich eh wieder daran gewöhnen musste, unter sprach - und denkbegabten Wesen zu sein.
Der Ritter war also nicht aus Gold, niemand war aus Gold, man konnte mit ihnen allen reden ...
trotzdem schüchterten sie Paramo Tamino ein wenig ein ...
genauso wie die Gäste, die sie noch immer beobachteten (zumindest meinte Paramo Tamino das).
Da saß zum Beispiel ein Händler, der mit einem recht misstraurischem Gesichtsausdruck in ihre Richtung schaute, lag das an Paramo Taminos Aussehen?
Glücklicherweise allerdings gab es mit den beiden Neuen keinerlei Komplikationen, der Adelige - ein goldener Löwe vom Wappen, stellte er gerade fest - lud sie an den Tisch ein, und der Spielmann spendierte ihnen sogar Gewürzwein ...
seit wann gaben nicht die Zuhörer den Spielmännern, sondern die Spielmänner den Zuhöhrern etwas aus?
Aber was soll es, jemanden etwas auszugeben war ein guter Gesprächseinstieg, vielleicht sollte er sich das merken.
Während er so ein wenig seinen eigenen Gedanken nachhing, stellte Sulaya sie vor, und erzählte von ihrem Missgeschick, sie nannte auch Paramo Taminos Nachnamen, was diesen ein wenig beunruhigte - er hätte seinen Nachnamen nicht bekannt geben sollen - aber darüber sollte er sich ein andermal sorgen.
Der Händler, welcher noch immer zu ihnen herüber sah, machte einen bösen Kommentar über den Spielmann,
jener wusste diesen jedoch brilliant, wie Paramo Taminon befand, zu kontern, indem er ein lustiges Lied, über Händler sang. Den meisten Gästen schien dies Lied zu gefallen, der einzige, der sich abzuwendete, war eben jener Händler. Auch Sulaya gefiel das Lied, wie sich dadurch zeigte, dass sie laut lachte.
Auch fing sie an zu klatschen, und dann, stieß sie Paramo Tamino an - sie wollte, dass er ihr dies gleichtat?
Zugegebenermaßer, ihm war dies peinlich, doch konnte er ja nicht den ganzen Abend stumm dasitzen.
Ein wenig schüchtern, fiel er in das Klatschen mit ein, etwas stockend tat er das, er hatte Angst davor, aus dem Rhytmus zu kommen, obwohl jener Rhytmus nicht zu kompliziert war.
Um seine Schüchternheit zu überspielen, lächelte er, ein ehrliches Lächeln, kein schüchternes, zumindest versuchte er es so herüberkommen zu lassen.
Dann kam es allerdings zu den Bestellungen, und das, obwohl Paramo Tamino gar nicht einmal die Preise kannte.
Auf gut Glück orderte er deswegen einfach einmal eine Tomatensuppe, Suppen waren meist warm, und in Kombination mit viel Brot, recht sättigend.
Um diese Jahreszeit gab es keine Tomaten? Dann orderte er einen Krauteintopf, Krat würden sie doch wohl haben.
Eine Tomatensuppe, fals sie Tomaten haben, ansonsten einen Krauteintopf ...
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Ashhak am 3. Februar 2010, 01:08

Nachdem Sulaya sich und ihre Begleiter dem Ritter vorgestellt hatte, setzten sich die drei auf die freien Plätze, wobei Ashhak auffiel, dass der Spielmann genau darauf achtete, die Dame an seiner Seite zu wissen. Naja, dem sei’s gegönnt, dachte sich der Zwerg, hatte er doch eine gewisse Sympathie für den wortgewandten und schlagfertigen Burschen entwickelt. Derselbe hatte inzwischen eine Runde für die Neuankömmlinge springen lassen und war gerade damit beschäftigt einem Händler musikalisch Paroli zu bieten. Dieser war eines jener dicken, wohlgenährten Exemplare, die meinen sich durch ihre Erfahrung und ihren Reichtum alles erlauben zu können. Meist war ihnen nur auf zwei Arten beizukommen: mit dem Schwert oder mit der Kunst. Der Spielmann hatte also zweifelsohne alles richtig gemacht. Wieder stimmten die Gäste begeistert mit ein und sogar Sulaya klatschte aufgeregt im Takt. Paramo Tamino hingegen wirkte weiterhin ein wenig steif und unbeholfen. Ashhak musste die Augen verdrehen. Was Geselligkeit anging hatte der Rote definitiv noch Nachholbedarf… oder sah das bei Elfen etwa immer so aus? Ashhak musste grinsen, als er sich ein Dutzend Elfen in einer Bar vorstellte, die alle stocksteif dasaßen und krampfhaft versuchten nicht aus dem Takt zu kommen.

Bevor sich dieser Gedankengang jedoch weiter seiner bemächtigte, wurde seine Aufmerksamkeit auf den Wirt gelenkt, der inzwischen mit den Getränken gekommen war und weitere Bestellungen aufnehmen wollte. Als die Runde an Ashhak war, überlegt der Zwerg kurz und sagte dann: „Eine deftige Kartoffelsuppe mit viel Speck wäre jetzt genau das Richtige. Und reicht mir noch ein wenig Brot dazu, Herr Wirt! Lässt sich das machen?“ Der Wirt nickte freundlich und eilte, seinen Gästen das Essen zu bereiten.

„Ich muss sagen“, sprach Ashhak in die Runde, „ihr Menschen versteht zwar nicht viel vom Bier brauen, aber euer Essen ist reichhaltig und abwechslungsreich. Bei uns unter den Bergen gibt es nicht viele Möglichkeiten an Nahrung zu kommen und das was wir essen, möchte ich vor euch nicht einmal beim Namen nennen… oh, unser Käse, freilich, der ist ausgezeichnet. Auf jeden Fall habe ich eure Küche inzwischen auch sehr schätzen gelernt.“

Der Spielmann hatte mittlerweile sein Lied beendet und der dicke Händler stand ziemlich im Regen - zumindest machte er den Eindruck. Er setzte noch dazu an irgendetwas zu sagen, überlegte es sich aber doch noch anders und schloss den Mund rasch wieder. Wie ein Fisch der nach Luft schnappt, dachte Ashhak mit einer gewissen Genugtuung. Gerne hätte der Zwerg den flinken Geiger gebeten noch ein Lied über das kleine Volk zum Besten zu geben, denn er war schon eine ganze Weile von zu Hause fort und hatte dergleichen länger nicht mehr gehört. Doch ein wenig gewann nun wieder seine Zurückhaltung die Oberhand und er behielt diesen Wunsch für sich. Vielleicht, so dachte er, würde sich später am Abend die Gelegenheit dazu ergeben.
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Friedrich am 4. Februar 2010, 20:21

"Ich pass schon auf," versuchterte Friedrich dem Kaufmann. Er mochte Leute dieses Schlags gar nicht, die sich an der Schwäche anderer ihr Geld verdienten. Ein garstig unehrliches Handwerk."Wenn du noch einen Blick drauf wirfst stech ich dir die Augen aus."
Doch das war gar nicht nötig, denn die Augen des Mannes waren viel zu sehr damit beschäftigt den Spielmann finster anzustarren. Dieser hatte nämlich eine sehr viel keckere musikaltische Antwort parat als der Ritter.

Er wandte sich also wieder den drei Fremden zu die sich nun gesetzt hatten.
"Friedrich von Hammerburg ist mein Name.", stellte er sich vor.
"Und ich kann dir versichern, dass es keine Schwierigkeit ist auf diesem Boden den Halt zu verlieren, selbst mein bestens beschlagenes Pferd ist auf diesen Straßen bockig wie ein Esel und tanzt wie ein Narr. Gut besohltes Schuhwerk ist dieser Tage wertvoller denn je."

In der Zwischenzeit kamen die Knappen des Ritters hinein, doch er machte ihnen mit einer knappen Geste der Hand klar, dass sie ihre Zimmer aufsuchen durften. Sie sahen beide sehr Müde aus, offenbar ging es am Markt noch schlimmer zu als erwartet. Er hatte sich entschlossen seine musikaltischen Fähigkeiten nicht in dieser Gesellschaft zu zeigen, denn es ziemte sich für einen Mann seines Standes eigentlich nicht sich in der Kunst zu betätigen.

Nach Essen war Friedrich nicht wirklich, auch wollte er den schmalen Bauch den er sich die letzen Tage erfastet hatte erhalten, doch das ein oder andere Getränk würde sicherlich bald wieder unten hinausfließen ohne sich groß an den Seiten einzunisten.

Der Zwerg sprech von Bier, ja das wäre jetzt etwas.
"Mach dein Urteil nicht zu voreilig, Herr Zwerg, wie ich hörte ist der Gerstensaft dieser Region selbst zu dieser Jahreszeit herrausragend, auch wenn ich gestehen muss noch nie vom Biere deines Volkes gekostet zu haben.
Dennoch solltest du es in jedem Falle probieren."
"Noch zwei Bier, und wag es ja nicht zu sparen", bestellte der Edelmann mit kräftiger Stimme beim Wirt.
Er hatte schon wieder Durst bekommen, was an der Nähe zum Feuer liegen musste, es trieb einem zwar die Kälte aus den Knochen, aber es trocknete einen auch regelrecht aus. Und es wurde regelmäßig Holz nachgelegt, sodass es stets hell und warm brandte.
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Larus am 5. Februar 2010, 00:52

Das wird dir eine Lehre sein, dachte Larus, als das Lied zu Ende war und liess davon ab, noch weiter auf dem Händler herumzutrampeln. Der Kerl hatte vielleicht wirklich schlechte Erfahrungen mit Spielleuten gemacht und Larus musste zugeben, dass dessen Warnung durchaus berechtigt sein konnte. Die Grenze zwischen Artisten und Strauchdieben hatten die Götter einst, wenn überhaupt, nur sehr fahrig gezogen. Vaganten, Quacksalber und Künstler waren wahrscheinlich der graue Rest, der verdattert im Regen stehen blieb, als die Himmlischen, müde vom ewigen Gezänk der Bereichsaufteilung, auseinandergingen. Ja, dem einen waren wir wohl nicht schwarz genug, dem anderen zu unrein. Für Odonolos hatten wir ein Element zu viel –nämlich den gewieften Geist– , für Manir mochten wir die Vorzüge der Zivilisation zu sehr und Delaria kam mit unserem leicht verschobenen Gerechtigkeitssinn nicht zurecht. Dann bliebe nur noch Athronos, doch welches Interesse könnte der noch haben? Unser Leib ist ihm egal und unsere Seele verkaufen wir noch zu Lebzeiten…
„viermal heissen Würzwein“ der Wirt stellte das Tablett vor Larus‘ Fuss, der immer noch auf der Tischkannte ruhte.
…an einen viel praktischeren Geist.

Der Musikant stieg kurz von seinem Podest, um den Wein an seine Tischgenossen zu verteilen, das heisst, er verteilte an alle ausser dem Edelmann, der schliesslich seinen eigenen Wein hatte. Dies getan, nahm er selbst ein Becher und Prostete den anderen zu: „Auf diesen Tisch, auf eine gute Mahlzeit und auf ein Lied aus euren prunkvollen Hallen!“, bei letzterem Toast zwinkerte er dem Zwergen zu. „Nanu, wo bleiben meine Manieren, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Nennt mich schlicht und einfach: Larus.“ Seine Adelsherkunft verriet er normalerweise niemandem, da er sich einerseits nicht mehr als zu seiner Familie gehörend fühlte und andererseites unangenehme Fragen nach seinem etwas speziellen Werdegang vermeiden konnte.

Nach einem kräftigen Schluck aus seinem Pokal, stieg er wieder in seine Sängerpose. Da das letzte Stück gut angekommen war, Sulaya hatte herzhaft gelacht, wahrscheinlich konnte sie selbst ein Liedchen über Händler singen, und selbst Paramo hatte, steif auf dem Hocker pendelnd, den Rhythmus gesucht, wollte Larus nochmal etwas Scherzhaftes darbieten. Er entschied sich, seinem letzten Gedankengang folgend, für eine Eigenkomposition über einen Spielmann, der aus einem Weinschlauch zu viel trank und daraufhin starb. Als dann Athronos dessen Seele holen wollte, erwischte dieser prompt den falschen Geist und die Seele des Spielmannes fand als Flaschengeist ein neues Heim im Weinschlauch. Mit dieser Selbstironie würde er sich wahrscheinlich auch mit dem Händler wieder einigermassen versöhnen können.

Larus‘ langjährige Lehrmeisterin und Gefährtin hatte dieses Lied nie gemocht. Es klang ihr zu sehr nach Lästerung. Vielleicht spielte er es gerade aus diesen zwei Gründen umso lustvoller. Damit ekle ich Maerhild aus meinem Herzen und die Götter, was haben die mir schon gebracht?! Was bin ich ihnen Schuldig? In seine gute Stimmung schlug sich wie ein Fleischhaken ein unterschwelliger Trotz gegen sein bisheriges Schicksal. In diesem Moment hätte er Rosse stehlen können und sei es einzig, um zu fühlen, dass nur er selbst Herr seines Lebens war.
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Sulaya am 6. Februar 2010, 22:45

"Ja, auf diesen Tisch, eine gute Mahlzeit und auf diesen Abend" Sulaya hob ihren Becher und prostete zunächst Larus und dann ihren übrigen Tischbegleitern lachend zu. Anschließend nahm sie einen kräftigen Schluck des Würzweins und spürte das heiße Gebräu ihre Kehle herunterrinnen und die Kälte aus ihrem Körper vertreiben.

Die junge Frau saß am Fenster und blickte auf die schneebedeckte Straße. Draußen war es dunkel geworden und der Sonnenuntergang tauchte das Gasthaus in ein schummriges Licht. Immer mehr Gäste fanden den Weg in die Schenke und befüllten die Sitze auf der Suche nach Wärme und Unterhaltung. Gedankenversunken nippte Sulaya an ihrem Würzwein und lauschte dabei den Tönen des Spielmannes und dem Prasseln und Knistern des Kaminfeuers. Die Stimmen der übrigen Gäste, das Lachen und Klatschen vernahm sie wie aus weiter Ferne. Dieser Abend erinnerte sie an ihr altes Leben, an nicht enden wollende Nächte in den Gasthäusern des Landes. Erst wenige Wochen war es her, dass sie sich entschlossen hatte, ihr Leben als Diebin an den Nagel zu hängen und nach Goroth gekommen war, doch es kam ihr wie eine kleine Ewigkeit vor. Schon seit einigen Tagen hatte sie diese Sehnsucht in ihrer Brust verspürt – eine Sehnsucht nach Abenteuern, Freiheit und Unabhängigkeit, eine Sehnsucht, die zunächst leicht zu unterdrücken war, doch jeden Tag ein wenig größer wurde. Niemand konnte ihr vorwerfen, sie hätte es nicht versucht. Sie hatte ihrem alten Leben, ihren alten Freunden den Rücken zugekehrt und sich auf dieses bürgerliche, rechtschaffene Leben ohne Wenn und Aber eingelassen. Doch in diesem Moment kamen ihr große Zweifel, ob dies auch wirklich ihr Weg war.

Sulaya nahm einen großen Schluck aus ihrem mittlerweile fast leeren Becher und versuchte vergeblich auf andere Gedanken zu kommen. Erst der Anblick des noch dampfenden, duftenden Essens, welches der Wirt ihr vorsetzte, zerstreute ihre Bedenken. Sie war eine optimistische Frau und sie würde einen Weg für sich finden – ohne sich tagtäglich der Gefahr auszusetzen, lebenslang ins Verlies zu wandern oder Schlimmeres, aber auch ohne sich in einem falschen Leben gefangen zu fühlen, sprach sie sich selber Mut zu. Seit längerem spielte sie bereits mit dem Gedanken, sich einer Gruppe Abenteurern anzuschließen und wer weiß, vielleicht hatte sie die passenden Gefährten dafür ja bereits gefunden.

Die junge Frau ging dazu über, genüßlich ihren hungrigen Magen zu füllen. Nachdem das Essen bis auf den letzten Bissen vertilgt war, winkte sie den Wirt zu ihren Tisch herüber. Nach wenigen Augenblicken stand der mittlerweile schon etwas mitgenommen und müde wirkende Wirt an ihrem Tisch. "Noch einmal 5 Getränke. Ich hätte gerne einen Krug Met. Und die Herren?" Lächelnd erinnerte sie sich an den reichen, kränkelnden Edelmann auf dem Marktplatz und den großen Geldschein in ihrer Tasche. Sie konnte es sich leisten, eine Runde zu spendieren.

Gesättigt lehnte sich die rothaarige Frau ein wenig zurück und blickte in die Runde. Der Zwerg schien sich noch ganz seinem Mahl hinzugeben. Sie wartete gespannt, ob er Wort hielt und nach dem Essen ein Lied zum Besten gab. Schließlich blieb ihr Blick auf Paramo Tamino ruhen. Seit sie ihn das erste Mal gesehen hatte, übte der zurückhaltende Elf eine gewisse Faszination in Sulaya aus. Noch nie war sie einem rothäutigen Elfen begegnet und da Sulaya zeitlebens alles andere als auf den Mund gefallen war, fragte sie ihn mit ihrer offenen Art geradeheraus: „Paramo Tamino, bitte verzeiht sollte ich Euch zu nahe treten, aber wie kommt es dass Ihr als Elf eine so rote Haut habt?“


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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon ParamoTaminoBedrager am 8. Februar 2010, 07:23

Als Paramo Tamino sich setzte, schien die Angst und Vorsicht, wie er sie beim Betreten des Gasthauses empfunden hatte, zu schwinden, bis nur noch ein kleiner Rest blieb.
An ihre Stelle, kam ein Gefühl des Wohlempfindens, und Heiterkeit, der Abend versprach interessant zu werden.
Der Wirt brachte gerade den Würzwein, und Larus verteilte ihn.
Danach proteste er allen zu, und brachte den Trinkspruch:
„Auf diesen Tisch, auf eine gute Mahlzeit und auf ein Lied aus euren prunkvollen Hallen!“
worauf Sulaya ein stimmte:
"Ja, auf diesen Tisch, eine gute Mahlzeit und auf diesen Abend"
Paramo Tamino wollte auch einen Toast bringen, jedoch wusste er nicht was ...
"Sehr wohl, auf euch alle! ... einen schönen Abend und ..." - Paramo Tamino geriet ein wenig ins stocken - "... und ... darauf, dass der Zwerg heute Abend singt"
Dann prostete er den anderen grinsend zu, hoffentlich nahm der Zwerg ihm seinen Anhang nicht übel.
Ein wenig war er über sich überrascht, es war gar nicht seine Art, einfach so laut etwas in die Runde zu sagen,
jedoch schien es ihm in dem Moment richtig, auch wenn er sich nicht erklären konnte, warum.
Vorsichtig nippte Paramo Tamino an dem heißen Würzwein, während der Spielmann - Larus - ein weiteres lustiges Lied zum besten gab, nur dass dies Lied, schon fast als selbstironisch zu bezeichnen wäre, zumindest, wenn man den Worten des Händlers glauben schenken durfte, und Larus gelegentlich auch gerne Wein trank.
Der Wirt brachte nun auch das Essen, Krautsuppe, welche allerdings genauso heiß, wie der Wein war, weswegen Paramo Tamino sie nur vorsichtig in kleinen Schlücken konsumierte.
Als Sulaya sich dann bereitstellte eine weitere Runde Getränke zu spendieren, lehnte Paramo Tamino dankend ab.
Sein Weinpokal war noch voll, und was sollte er mit zwei Getränken anfangen?
Ein wenig belustigt betrachtete er hingegen den Zwerg, nicht nur einen Würzwein hatte er, sondern auch ein Bier vom Ritter, wenn der Abend so weiterginge, dann würde er wahrlich singen,

Plötzlich erhob Sulaya das Wort:
„Paramo Tamino, bitte verzeiht sollte ich Euch zu nahe treten, aber wie kommt es dass Ihr als Elf eine so rote Haut habt?“
Paramo Tamino hatte erwartet, dass jene Frage irgendwann aufkommen würde, auch wenn er ihr gerne aus dem Weg gegangen wäre. Sehr schnell wägte er zwischen seinen beidene Lieblingserklärungen ab - war es ein magischer Unfall oder ...
Als er zu Sulaya aufblickte schaffte er es recht gut überraschung zu mimen, dann sagte er mit etwas Verwunderung in der Stimme:
"Ihr habt noch nie einen roten Elfen gesehen?" - Paramo Tamino runzelte die Stirn - "nya, soweit ich weiß sind fast alle Feuerelfen rot ... von den Feuerelfen habt ihr aber gehört?"
Tatsächlich entstammte die Idee ein Feuerelf zu sein, einem lokalem Aberglauben, wie Paramo Tamino ihn erlebt hatte, als er durch ein kleines - eher abgelegenes Dorf kam. Aber vermutlich werden seine Begleiter noch nicht einmal die Mythen über jenes Volk gehört haben.
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ein Feuerelf auf Reisen.

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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Ashhak am 9. Februar 2010, 02:17

Ashhak war an sich glücklich. Das lag zum einen daran, dass er in munterer Gesellschaft war, die er aber ohne Weiteres gegen einen Haufen Zwerge eingetauscht hätte. Zum Anderen hatte es damit zu tun, dass im Moment einfach nicht an Weiterreise zu denken war. Zum Dritten saß er gerade vor zwei Getränken, die ihn kein Kupferstück kosteten.
Nun mag das so klingen, als ob Ashhak sich Mangels Alternativen für diese Gruppe entschieden hatte. Jedoch war es der Fall, dass der Zwerg die Situation an sich akzeptiert hatte, wie sie war. Die Hirnwindungen des Kleinen Volkes mögen vielen unverständlich sein oder gar ganz verschlossen bleiben. Für ihn hatte dieser Tag inzwischen etwas Endgültiges, als wäre diese Gesellschaft die einzige wahre Möglichkeit gewesen ihn zu erleben, als hätte es nie Alternativen gegeben. Vielleicht rührt auch die bekannte zwergische Sturheit von jenen impulsiven Entscheidungen, an denen sie für einige Zeit unverrückbar festhalten. So, wie es war, war es gut. An Morgen würde er denken, wenn es soweit wäre.

Ashhak nahm einen tiefen Schluck von seinem Würzwein. Er fand das Zeug nicht sonderlich berauschend – weder im einen, noch im andern Sinn – aber um den Spielmann nicht zu beleidigen würde er ihn austrinken und zwar schnell. Der Ritter Friedrich hatte ihm bereits ein Bier zum Wein gestellt und soeben orderte Sulaya noch einmal eine Tischrunde und fragte die Begleiter nach ihren Wünschen. Da Ashhak jetzt den Mund voller Suppe hatte, versuchte er sich anders bemerkbar zu machen: „Hmblll… bwwwr…“, dabei deutete er auf Sulaya und hoffte, dass der Wirt sein Anliegen verstehen würde. Ja, so ein Krug Met wäre nun schon etwas Feines!

Früher oder später würde auch er nicht darum herum kommen eine Runde springen zu lassen. Ein Blick in seinen Geldbeutel riet ihm jedoch davon ab. Der Zwerg war nicht schlecht bei Kasse, aber er konnte es sich genauso wenig leisten sein Geld freizügig auszugeben. Wer konnte denn ahnen, was ihn in den nächsten Tagen erwarten würde? Wahrscheinlich läuft es später doch auf ein Liedchen zur allgemeinen Erheiterung raus, dachte er finster. Larus, der Spielmann, und selbst der Herr Elf hatten es ja nicht unterlassen ihn noch einmal daran zu erinnern.

„Paramo Tamino, bitte verzeiht sollte ich Euch zu nahe treten, aber wie kommt es dass Ihr als Elf eine so rote Haut habt?“

"Ihr habt noch nie einen roten Elfen gesehen? Nya, soweit ich weiß sind fast alle Feuerelfen rot ... von den Feuerelfen habt ihr aber gehört?"

Jetzt spitzte Ashhak die Ohren. Innerlich hatte er sich genau diese Frage auch schon gestellt, nur wollte er sie bisher nicht offen formulieren. Nein, von Feuerelfen hatte auch er noch nie gehört, geschweige denn gelesen, was aber auch damit zu tun haben konnte, dass der Zwerg Literatur über das Volk der Spitzohren selten anrührte. Ob der Elf nun rot, blau oder grün war spielte für ihn eigentlich keine Rolle. Vielmehr dass es ein Elf war, gab den Ausschlag. „Feuerelf“, das klang nun aber irgendwie interessant. „Verzeiht, wenn ich mich einmische“, sagte Ashhak, „aber könnt ihr uns mehr über die Herkunft eures Volkes verraten? Auch ich habe noch nie einen eurer Art gesehen und würde gerne mehr erfahren… natürlich nur, wenn euch meine Neugierde nicht unangenehm ist.“

Inzwischen kam der Wirt mit dem Met zurück und nun hatte der Zwerg drei Getränke vor sich stehen. Was macht das denn für einen Eindruck, dachte er bei sich und war sich wohl bewusst mal wieder ganz ungewollt das Klischee des Kleinen Volkes zu erfüllen. Rasch stürzte er den Rest Würzwein hinunter, stellte den leeren Becher auf das Tablett des Wirts und widmete sich dem Bier. Er prostete dem großzügigen Spender zu: „Nun, Herr Ritter, dann wollen wir doch mal das Gebräu der Menschen prüfen! Auf euch und euren guten Geschmack!“
"Einmal kam der Tod zu einem Zwerg und wollte ihn mit sich nehmen, doch der Zwerg stemmte sich fest mit den Stiefeln gegen den Fels, auf dem er stand, senkte widerspenstig die Stirn und sagte nein. Da ging der Tod wieder."

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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Larus am 11. Februar 2010, 01:55

Der ist aber durstig, dachte Larus. Das Klischee war also doch keins, dass Zwerge wohl ihr eigenes Körpergewicht an Bier saufen konnten. Wäre er nicht am Singen gewesen, hätte er über die Szenerie herzlich gelacht und vielleicht einen augenzwinkernden Spruch in die Mitte geworfen, aber eben, das ging gerade nicht. Leider konnte der Musikant nicht genau verstehen, was am Tisch besprochen wurde. Sulaya fragte Paramo irgendwas wegen "rot", das konnte sich eigentlich nur auf dessen Hautfarbe beziehen, doch Paramos verwunderte Reaktion liess Larus zweifeln. Hätte die Frage wirklich dem Aussehen des Elfen gegolten, wäre dieser wahrscheinlich nicht verwundert gewesen, da er Fragen über seine Farbe und den unüblichen Bart hierzulande wohl gewohnt gewesen wäre. Ausserdem waren die drei wahrscheinlich schon länger zusammen unterwegs und hatten solche Banalitäten bereits geklärt. Als der Elf etwas erwiderte und das Wort Feuer benutzte, trugen die Gedanken den Spielmann unweigerlich zum bevorstehenden Mittwinterfest und dem grossen Feuer, das jeweils auf den Stadt- und Dorfplätzen entzündet wurde. Ja, diese Feste waren jeweils Goldgruben für Artisten und wahre Volksbesäufnisse, eine tolle Sache, dachte Larus, und vielleicht werde ich dort ja Maerhild wiedersehen. Schon wieder musste er an sie denken und das nervte ihn.

Als das Athronoslied fertig war, fiedelte er noch ein paar der bekannten Mitwinterlieder, ohne sie gesanglich zu begleiten. Soll singen wer Lust hat, den Text kennen sie ja! Mittlerweilen hatten seine Trinkgenossen ihr Mahl beendet und der Musikant fragte sich, ob er die Tischdame auffordern sollte, ihm beim eintreiben des Tributes von den Zuhörern zu helfen. Sie könnten zusammen von Tisch zu Tisch gehen, er weiterspielend, sie den Humpen rumreichend, der einmal das Bier von ihrer spendierter Runde enthalten hatte, und einkassieren. Er verwarf jedoch den Gedanken, da er zu fest nach Anmache roch. Ausserdem hatter er sich noch immer nicht wirklich von Maerhild gelöst. Man hat zwar zwei Augen, doch richtet man sie auf zwei verschiedene Dinge, rennt man irgendwann in etwas schmerzhaft Hartes. Dieser Spruch seines Vaters sprang in Larus‘ Bewusstsein, welches aber sofort konterte, Dann wird es höchste Zeit, ein Auge zuzudrücken, so hätte er sich nochmal fast um entschieden. Aber nur fast.

Der Spielmann sprang elegant von seinem Hocker, musste bei der Landung aber ein paar torkelnde Schritte in Kauf nehmen, was ihn verdross, da dadurch seine Eleganz futsch war. Der Alkohol ging auch an ihm, einem gewohnten Trinker, nicht spurlos vorüber. Insbesondere, da er heute noch kaum was gegessen hatte. Das Nachtessen würde er im Zimmer zu sich nehmen, dort hatte er noch einen Rest altes Brot und Trockenwurst am Lager. Das war billiger, als sich ein warmes Mahl zu leisten. Er hasste sein verlegenes Lächeln, das er seines misslungenen Abgangs wegen in die Runde warf. Viel lieber hätte er den Hocker an die Wand geknallt. Stattdessen scherzte er: „Seht, seht! Wie muss der Boden mich vermisst haben, dass er mir so forsch entgegengesprungen ist!“ Daraufhin machte er eine kleine Verneigung gegenüber den Tischgefährten und meinte in bescheidenem Tonfall: „ Mögt ihr mich kurz entschuldigen, aber ein Bauer muss ernten, solange die Früchte reif sind.“ Larus fand allmählich seine Eleganz wider, schnappte sich den leeren Bierkrug, drängte sich fachmännisch von Tisch zu Tisch, scherzte hier, klopfte da auf Schultern, grüsste Leute, die er schon an Vorabenden gesehen hatte wie alte Freunde, fragte kurz nach dem Verlauf ihrer Geschäfte, nahm einen vollen Humpen an, prostete und trank, prostete und trank, prostete und trank und liess nebenbei unaufdringlich den leeren Humpen kreisen. Dessen Boden füllte sich mehrschichtig mit Viertelstücken, es war ein guter Abend. Auch wenn er jenem vorlauten Händler kein Kupfer mehr abzweigen konnte, so hatte dieser doch wenigstens die Stimmung nicht verderben können oder im Gegenteil, Larus sogar eine Plattform geboten, seinen Schalk auszuspielen.

Auf dem Rückweg zum Tisch kippte er den wenigen Rest des Kruges, den er erhalten hatte, hinunter, verlangte an der Theke einen neuen, liess, währen der Wirt zapfte, zufrieden die Viertelstücke in seine Tasche klimpern -seine Stimmung hatte sich dank seinem Erfolg wieder aufgehellt- und machte sich auf, um zu seiner Gesellschaft zurückzukehren. Auf dem kurzen Weg wich er in einer tänzelnden Pirouette einem Betrunkenen aus, balancierte geschickt das schwappende Bier aus und stellte es schliesslich übervorsichtig an seinem Platz ab. Zum ersten Mal an diesem Abend benutzte er den Hocker wofür er vorgesehen war, nämlich indem er sich darauf setzte. Er blickte in die Runde und war in diesem einen Moment recht glücklich. Dann fixierte er gespielt überrascht das Bier, kniff darauf sinnend die Augen zusammen, legte seine Hände an den Sockel des Humpens und begann ihn langsam zu drehen, als sei er unheimlich gewichtig. Dazu äusserte Larus einen Gedanken, den ihn schon immer fasziniert hat: „Merkt ihr es? Das sachte Zittern und Beben? Wenn ihr ganz konzentriert fühlt, dann spürt ihr, dass sich nicht das Bier in diesem Raum dreht, sondern der ganze Raum um das Bier“ Dies gesagt, durchbrach ein Lächeln seinen sinnenden Ausdruck, als er den Doppelsinn seiner Rede bemerkte. Ja, es dreht sich in diesem Raum wirklich fast alles um das Met. Die Drehung beendete er, als der Griff auf den Zwergen zeigte. Ebenso langsam wie er gedreht hatte, schob er den Behälter eine Handbreite in dessen Richtung, wobei sich die Lachfältchen neben seinen Augen noch vertieften. Larus hob seine Augen vom Bier und blickte dem Bergler über den Rand des Kruges direkt in die Augen: „Der Handel steht und gilt! Möge das Silber nicht nur aus euren Minen, sondern auch von eurer Zunge fliessen und uns mit ungeahntem übergiessen, möge unsere Fantasie wie Vögel fliegen, auf Liedes Schwingen in ferne Heimat, wo Sehnsucht, Stolz und Abenteuer liegen! Sagt mir, Ashhak, schlagt ihr ein?“
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Grün erleuchten deine Wogen
Lass erschallen leisen Traum
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Sulaya am 13. Februar 2010, 22:36

Als Sulaya ihre Mahlzeit bis auf den letzten Bissen vertilgt hatte, spürte sie, wie die Anstrengungen des Tages sich langsam aber sicher bemerkbar machten. Sie blickte in das Kaminfeuer und beobachtete, wie die Flammen das Holz verschlangen, doch ihre Gedanken drehten sich noch immer um den rothäutigen Elfen.

„Feuerelfen?“ Sulaya konnte nicht gerade behaupten, besonders weit in der Welt herumgekommen zu sein, doch solange sie denken konnte war sie stets mit offenen Augen und einer experimentellen Neugier allem Neuen gegenüber durchs Leben gegangen. Von Feuerelfen hatte sie bis zum heutigen Tage jedoch noch nie eine Silbe gehört. Die junge Frau nippte an ihrem Krug Met und drehte ihn zwischen ihren grazilen Fingern. Anschließend verschränkte sie die Arme über der Tischplatte und richtete ihren skeptischen Blick wieder auf den Elfen. Mit höflichem Interesse beäugte sie ihren Gegenüber genauer, betrachtete seine markanten Züge, die großen, tiefgründigen Augen und seine spitzen Ohren, die den Elfen so eigen sind. Machte er sich einen Spaß daraus, ihr einen Bären aufzubinden oder gab es diese Feuerelfen tatsächlich? Sulaya wartete gespannt, ob Paramo Tamino sich auf Ashhaks Fragen hin noch näher auf das Thema einließ.

Die blasse Frau löste die Verschränkung ihrer Arme, stützte ihren Ellenbogen auf die hölzerne Oberfläche und bettete das schmale Kinn in ihre Handfläche. Ein Gähnen stahl sich heimlich über ihre Lippen, ehe sie noch in der Lage war, den Manieren Folge zu leisten und die Hand zu heben, um es zu kaschieren. „Ich denke. nach diesem Krug Met wird es höchste Zeit, mich zu verabschieden und die Nachruhe einzuleiten.“ sagte sie lächelnd in die Runde. So sehr sie die Gesellschaft, die Unterhaltung und die Musik auch genoss, der Gedanke, heraus aus den noch immer klammen Kleidungsstücken und hinein in ein warmes, gemütliches Federbett zu schlüpfen, war einfach zu verlockend.

Die rothaarige Frau lehnte sich an die kalte Fensterscheibe und ihr Blick galt der Straße. Es war dunkel geworden auf den Straßen Goroth und zwielichtige Gestalten huschten durch die Gassen. Sie fragte sich, wohin ihre Tischgefährten am nächsten Morgen wohl aufbrachen. Der Gedanke daran, dass vermutlich jeder seines Weges ging, betrübte die junge Frau. Zu sehr vermisste sie die Gesellschaft anderer, das gemeinsame Reisen, die Abenteuer .... Sulaya seufzte leicht auf, woraufhin die Scheibe beschlug und ihre Sicht trübte.


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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon ParamoTaminoBedrager am 17. Februar 2010, 07:06

Der Zwerg nahm sich wirklich den Mund zu voll, als er noch ein Getränkt auf Sulayas Kosten bestellte.
Welches Getränk er wollte, konnte Paramo Tamino sagen, doch der Wirt schien verstanden zu haben, was schon eine kleine Sensation war..
Später würde Paramo Tamino herausfinden, dass es ein Met war, aber den Worten des Zwerges war dies nur schwer zu entnehmen.
Der Zwerg trank recht viel an jenem Abend ... genauso, wie man es von einem Angehörigen dieses Volkes erwartet hätte.
Der Spielmann sprang nun von seinem Stuhl, wobei auch er ein wenig zuviel getrunken hatte, was ihm seine Eleganz ein wenig nahm. Mit seinem Bierhumpen sammelte er Geld ein, und bei Gott, er schien nicht zu wenig zu bekommen.

„Verzeiht, wenn ich mich einmische, aber könnt ihr uns mehr über die Herkunft eures Volkes verraten? Auch ich habe noch nie einen eurer Art gesehen und würde gerne mehr erfahren… natürlich nur, wenn euch meine Neugierde nicht unangenehm ist.“, das sprach der Zwerg wieder.

"Hmm, ihr habt noch nie einen Elfen gesehen, oder noch nie einen Feuerelfen?
Ich muss zugeben, soweit verbreitet sind Feuerelfen nicht, besonders reisende Feuerelfen - nya, sind selten
- bei folgendem Satz huschte ein grinsen auf sein Gesicht, was ihm ein leicht dämonisches Aussehen verpasste - Nunja, und die meisten meiner Art sind nicht ganz so rot wie ich - besonders wenn sie auf diplomatische Mission sind, dann können sie es verbergen ... aber das sie es so gut verbergen können ... ich sollte mir noch einmal die Zauber dazu durchlesen ...

Der Spielmann - Larus - kam gerade mit einem neuen Humpen Bier zurück, welchen er sogleich dazu benutzte, um eine philosophisch interessante Beobachtung aufzustellen, dreht sich das Bier, oder der Rest der Welt?
Der Satz ließ sich aber auch ganz anders verstehen, den in einem Wirtshaus, da dreht sich schon viel um das Bier.
Auf jedenfall drehte sich das Wirtshaus so lange um den Bierkrug, bis dessen Henkel auf den Zwerg zeigte,
und Larus eben jenen aufforderte zu singen.
Paramo Tamino musste grinsen, würde der Zwerg ablehnen?

Sulaya machte nun bemerkbar, dass sie müde war, was Paramo Tamino ein wenig überraschte.
Er war mehr ein Wesen, das am vormittag schlief, als in der Nacht ... aber Menschen tickten da vermutlich anders.
Vorsichtig nippte Paramo Tamino an seinem Würzwein, der noch immer heiß und halb voll war,
so schlecht war er gar nicht ...
Ob die anderen schon müde waren? Oder war Sulaya dies Ausnahme?
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Re: Das Gasthaus an der Hauptstraße

Beitragvon Ashhak am 17. Februar 2010, 20:39

Das Bier hatte etwas fades im Geschmack. Zwar lag es kräftig auf der Zunge, verflog jedoch ebenso schnell wieder und ließ sich alles in allem leicht herunterspülen. Nichts im Vergleich zu einem guten zwergischen Starkbier, dachte sich Ashhak und hoffte gleichzeitig, dass ihm der Ritter diese Bewertung nirgends ablesen konnte.
Der Zwerg lauschte Paramo Tamino, als dieser zu einigen Ausführungen über die Besonderheiten seines Volkes ansetzte. Anscheinend konnte er seine Hautfarbe durch Magie verbergen – oder zumindest sollte er es können – doch gab er zu, den Zauber nicht zu beherrschen. Für einen Moment glaubte Ashhak im Gesicht des Elfen etwas Fremdes, ja fast Teuflisches zu sehen. Unwillkürlich stutzte der Zwerg und plötzlich schien ihm die dargebotene Erklärung nicht mehr so plausibel, wie zuvor. Feuerelfen – Magie – möglicherweise gespieltes Unvermögen, verbunden mit einer Schüchternheit und Tapsigkeit, das alles konnte auch eine wunderbare Täuschung sein. Nur warum kam ihm dieser Gedanke erst jetzt? Ashhak beschloss auf der Hut zu sein.

Inzwischen war Larus zurückgekehrt, der eifrig seinen Lohn unter den Gästen eingetrieben hatte. Am Tisch sprach er einige wirre, philosophische Worte, denen der Zwerg nicht mehr folgen konnte und begann mit seinem Krug herum zu hantieren. Als plötzlich der Griff desselben auf Ashhak zeigte, war diesem jedoch klar, was der eigentliche Sinn des Spiels war. In seinem Kopf begann es zu arbeiten… eine Ausflucht, irgendein Einfall musste her, um dem Spielmann seine wahnwitzige Idee auszutreiben, den Zwerg zum Singen zu bringen. Doch ihm wollte und wollte nichts einfallen. Er fühlte alle Augen auf sich gerichtet, blickte hilfesuchend umher und entschied sich schließlich für den Angriff.
Den Becher des Musikers ergreifend stieg er auf seinen Stuhl und verkündete: „Ho, der Sängerknabe hat nicht nur ein flotte Zunge, sondern ebenso flotte Finger! So soll ihm denn bewiesen sein, dass in einem Zwerg zwar kein Poet oder Sangeskünstler steckt, wohl aber auch kein Feigling!“ Und mit einem Blick auf Sulaya, die herzhaft gähnte, fügte er hinzu: Ich glaube es wird Zeit, euch nochmal richtig wachzurütteln. Ich komme gerade erst in Fahrt und ihr wollt ein Nickerchen machen?“ Er begann einige Töne zu brummen und alsbald eine raue, etwas schwermütige und melancholische Melodie in der lydischen Tonart anzustimmen. Es war ein Lied über seine Heimat, dass er auf Nordländisch vorzutragen wusste und dessen Text ungefähr so lautete:

Tief unter Lodranions felsigen Höh’n,
gar mancherlei Stunden im Tunnel zu geh’n,
dringt niemals der Sonne belebender Schein,
in Nidawellir in den Hallen aus Stein.

Dort lebet ein Volk, von stählernem Mut,
in feuriger Esse zu schüren die Glut,
zu schmieden das Eisen auf mächtigem Schrein
in Nidawellir, in den Hallen aus Stein.

Da rüsten die Krieger, zum Kampfe bereit.
Es lesen die Weisen in uralter Zeit.
Auch türmen die Baumeister ewige Reih’n,
in Nidawellir, in den Hallen aus Stein.

Am Feuer, nach langen, wie mühsamen Tagen,
da wissen die Väter von Liedern und Sagen,
die Krüge voll Bier und die Becher voll Wein,
in Nidawellir, in den Hallen aus Stein

Und kommst du im Zorne, so finde dein Grab!
Kommst du mit Tücke, dann lass davon ab!
Kommst aufrecht, wohl soll es dein Schaden nicht sein,
in Nidawellir, in den Hallen aus Stein.


Wie er geendet hatte, verbeugte sich Ashhak rasch, nahm einen kräftigen Schluck aus dem Humpen und setzte sich ebenso schnell, wie er zuvor aufgesprungen war. Er war in dieser Musik aufgegangen und eine gewisse Schwermut hatte sich seiner bemächtigt, denn lange war es her, dass er jene Hallen zum letzen Mal betreten hatte. Zwar erlebte man auch auf der Oberfläche so Einiges, doch in manchen Stunden regt sich die Sehnsucht nach der Heimat in der Brust.

Und dies war ein solcher Moment.
"Einmal kam der Tod zu einem Zwerg und wollte ihn mit sich nehmen, doch der Zwerg stemmte sich fest mit den Stiefeln gegen den Fels, auf dem er stand, senkte widerspenstig die Stirn und sagte nein. Da ging der Tod wieder."

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